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Internationaler Jugend-Event anlässlich der WM

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Internationaler Jugend-Event anlässlich der WM 06.08.2010

Mehrere hundert Gäste aus aller Welt kamen zu einer "kickoff-Konferenz" nach Hurlach 

Über 600 junge Leute nahmen Anfang Juni (3.-7.6.2006) an einem internationalen Treffen teil, das vom ökumenischen Missionswerk Jugend mit einer Mission (JMEM) in Hurlach veranstaltet wurde. Im Anschluss an diese fünftägige "kickoff-Konferenz" reisten die Teilnehmer in verschiedene deutsche Städte weiter, um sich dort während der Fußball-Weltmeisterschaft in Zusammenarbeit mit Gemeinden verschiedener Konfessionen zu engagieren.

 

Arabische Klänge im Hurlacher Schloss

Somit war die WM letztlich der Anlass, warum es nicht nur in den großen Stadien, sondern auch in Hurlach internationale Begegnungen gab: Menschen aus Ländern, die sonst eigentlich wenig miteinander zu tun haben, kamen zusammen und lernten einander kennen. Sie entdeckten Interessantes bei den anderen Kulturen; viele stellten fest: Wir sind zu Gast bei Freunden.

Auf dem Gelände um das Hurlacher Schloss und in der angrenzenden Zeltstadt wurde nicht nur deutsch oder englisch gesprochen, sondern auch spanisch und vor allem arabisch, weil eine große Gruppe aus dem Nahen Osten gekommen war (ca. 70 Personen aus mehreren Ländern). An den zur Zeit laufenden WM-Projekten von JMEM beteiligen sich Gäste aus über 30 Ländern; die zumeist jungen Leute kamen beispielsweise aus Argentinien, Australien, Brasilien, Ghana, Indien, Mexico, Neuseeland, Pakistan, Südafrika, Südkorea, Togo, den USA und Venezuela. Diese Christen verbindet der Wunsch, während der WM einen positiven Beitrag zu leisten: Sie helfen z. B. bei der Betreuung von Fußballfans, übernehmen Ordner-Aufgaben oder bringen ihre Beiträge bei interkulturellen Rahmenveranstaltungen ein. Mit diesen verschiedenen Diensten möchten sie auch die jeweiligen Partner-Gemeinden oder -Initiativen unterstützen. Darüber hinaus stehen sie aber auch für Gespräche über Gott und den Sinn des Lebens zur Verfügung. Dazu Frank Bauer, ein leitender Mitarbeiter des Hurlacher JMEM-Zentrums: "Wir haben gute Erfahrungen mit solchen Aktionen bei internationalen Sportereignissen gemacht. Wir sehen darin vor allem eine Chance für WM-Besucher aus Ländern mit einer restriktiven Religionspolitik, in denen das Christentum unterdrückt ist: Wenn Christen sich während der WM engagieren, haben Besucher aus solchen Ländern die Gelegenheit, etwas über Jesus zu erfahren. Und das ist für uns als christliches Missionswerk eine wichtige Sache."

 

"Festival of the Nations"

Charakteristisch für die ganze Konferenz war der internationale Abend am Pfingstmontag (5.6.2006) in der Hurlacher Tenne: Im ersten Teil dieses öffentlichen "Abends über Gott und die Welt" ging es um die grundlegenden Ziele und Anliegen des Missionswerks. Sokol Hoxha, der aus Albanien stammende Leiter des Hurlacher JMEM-Zentrums, berichtete über seine ersten Kontakte zu Christen nach der Öffnung seines Landes: Für ihn als einen muslimisch und marxistisch geprägten Menschen erschienen manche Aspekte des christlichen Lebens zunächst seltsam; aber gerade diese Denkanstöße führten schließlich dazu, dass er selbst Christ wurde.

Die Mitarbeiter der internationalen Missionsgemeinschaft betonten, dass man andersartige Kulturen nicht als Bedrohung, sondern als eine Chance zur gegenseitigen Bereicherung verstehen sollte. Wenn die Vielfalt der Kulturen vom Schöpfer gewollt sei, müsse dies aber auch in der missionarischen Praxis berücksichtigt werden und zu einer respektvollen Grundhaltung führen. Dieser Konzeption entsprechend war das weitere Programm dieses internationalen Abends zusammengestellt worden: Ein JMEM-Mitarbeiter von den Cook-Inseln zeigte einen traditionellen Kriegstanz aus seiner pazifischen Heimat. Verschiedenen Gruppen aus Afrika (z. B. Sambia und Südafrika) erläuterten, was ihre musikalischen Beiträge für sie persönlich bedeuten. Ein deutscher Mitarbeiter des Hurlacher Schulungszentrums, der sich intensiv mit der Kultur der Indianer befasst, zeigte einen indianischen Tanz. Ihm sei besonders wichtig, dass christliche Indianer in Nordamerika auch ihre eigenen Ausdrucksformen wiederentdecken, die aufgrund von früher verbreiteten einseitigen Missionsvorstellungen verdrängt wurden. Die Musiker der Reggae-Band "Tribal Roots", die zum Abschluss spielte, stammen aus Barbados und leben in Amsterdam; zurzeit sind sie in Deutschland auf Tournee und treten während der WM in verschiedenen Städten auf.

 

Mehr als ein buntes Happening

Mit dem "Festival of the Nations" wollte das Missionswerk Jugend mit einer Mission über die Konferenz informieren und einen Einblick in die bewusst international geprägte Gemeinschaftsatmosphäre von JMEM geben. Die kickoff-Konferenz war aber nicht nur ein Jugend-Happening mit bunten Farben und lauter Musik, sondern auch eine intensive Vorbereitungszeit für die anschließende "Aktionsphase". Vor allem die insgesamt 16 Workshops, die am 5. und 6. Juni angeboten wurden und eine breite Themenpalette abdeckten, dienten diesem Zweck:
- In einem Workshop in spanischer Sprache erfuhren Besucher aus Südamerika, was im Gastgeberland Deutschland wichtig und üblich ist.
- Ein Referent berichtete von seinen Erfahrungen mit Hilfsprojekten für gesellschaftliche Randgruppen; die von ihm gegründete Organisation ist seit Jahrzehnten u. a. in der Drogen-Rehabilitation erfolgreich.
- Ein anderer Workshop thematisierte den spezifisch christlichen Beitrag zur Versöhnung zwischen den Völkern, die als Grundlage für die Völkerverständigung notwendig ist. Die Referentin aus den Niederlanden informierte über das bewegte Leben und die Versöhnungs-Botschaft von Corrie ten Boom (1892-1983), die Juden vor dem Holocaust rettete, später selbst ins KZ kam und trotzdem zu einer Haltung der Vergebung gegenüber den Deutschen fand. Zwei Tage zuvor hatten Konferenz-Teilnehmer eine nahe gelegene KZ-Gedenkstätte besucht.
- Auch ein koptisch-orthodoxer Priester gab seine Kenntnisse weiter: Der ägyptische Experte referierte über das Verhältnis von Christentum und Islam. Am letzten Abend sprach er den Segen für die Teams, die sich am nächsten Tag auf den Weg zu ihren Einsatzorten machen wollten.

 

Insgesamt über 5200 Portionen

Im Schlossgarten und auf der Wiese neben dem Schloss standen insgesamt 68 Zelte, vier davon waren Großzelte. Pfadfinder, die aus 13 verschiedenen Ortsgruppen gekommen waren, hatten diese Zeltstadt aufgebaut und kümmerten sich u. a. um den 24-Stunden-Wachdienst.

Die Gäste wurden vom Wetter keineswegs verwöhnt. "Das kalte Wetter war wirklich unangenehm. So haben wir von der Hilfsorganisation Humedica in Kaufbeuren 390 Decken ausgeliehen und ausgeteilt", berichtet Timo Laubenheimer, bei dem viele organisatorischen Fäden zusammenliefen. "Das größere Problem war aber die Feuchtigkeit: Es hatte viel geregnet, so dass die Zeltstadt-Wiese nass war. So mussten wir erst mal 250 Paletten besorgen. Außerdem haben wir eine ganze Wagenladung Stroh gebraucht, das ebenfalls für die Zelte und auch für die aufgeweichten Wege verwendet wurde."

Das Hurlacher Missionswerk hat die WM-Aktionen, die mit großem logistischem Aufwand verbunden sind, seit mehr als einem Jahr geplant. Die letzte Phase war einerseits von der Kommunikation mit den Teams im Ausland und den deutschen Partnergemeinden geprägt, andererseits von den vielen praktischen Aspekten der Konferenzorganisation. Sabine Vogel vom Küchenteam meinte nach der Konferenz: "Teilweise war es schon ziemlich anstrengend: Als wir für 600 Leute Makkaroni gekocht haben, mussten z. B. die großen und schweren Töpfe abgegossen werden. Da geht es um andere Mengen als in einem normalen Haushalt. Wir haben z. B. für eine Mahlzeit 40 kg Kartoffelsalat gebraucht; insgesamt wurden ca. 5000 Brötchen gegessen." Heidi Bauer war mit dem Team, das sie leitete, sehr zufrieden: "Wir hatten Superleute! Unser Küchenteam war locker und entspannt. Und jeder war bereit, auch mal eine Extrastunde dranzuhängen, wenn es nötig war. Es hat echt Spaß gemacht."

 

"Sie bringen die Kirche in die Stadt und Leute in die Kirche ..."

Inzwischen sind die Zelte neben dem Hurlacher Schloss längst abgebaut. Die JMEM-Einsatzteams beteiligen sich zurzeit an Aktionen in Köln, Leipzig, München, Hamburg, Nürnberg, Stuttgart, Dortmund und in einigen weiteren Städten, die keine WM-Austragungsorte sind. Jugend mit einer Mission realisiert dieses WM-Projekt in Zusammenarbeit mit der bundesweiten Aktion "kickoff2006", die von verschiedenen christlichen Organisationen getragen wird. Diese Initiative wird nicht nur von Bischöfen und anderen Personen des öffentlichen Lebens empfohlen, sondern auch von christlichen Fußballspielern aus verschiedenen Ländern unterstützt (z. B. von Jorginho, Wolfgang Overath, Wynton Rufer und Rune Bratseth; vgl. www.kickoff2006.de).

Von einigen Teams sind schon erste Berichte eingegangen: Ein Team, das überwiegend aus Franzosen und Deutschen zusammengesetzt ist, gestaltet beispielsweise im Leipziger Stadtzentrum zusammen mit einer Kirchengemeinde das Kinderprogramm an der Fan-Meile; außerdem beteiligt es sich am Projekt "camp church" am Fan-Camp vor Ort. Und die Band "Tribal Roots" hatte u. a. ein Konzert vor der Berliner Gedächtniskirche. Tilman Pforr, der Gesamt-Koordinator des WM-Projekts von JMEM, formuliert die Motivation für sein Engagement so: "Wir können viel von der Sichtweise und von der Freiheit anderer Kulturen lernen und freuen uns deshalb, dass so viele Christen aus der ganzen Welt unserer Einladung nach Deutschland gefolgt sind. Auf kreative Art bringen diese Teams die Kirche in die Stadt und Leute in die Kirche."

 

Rolf-Dieter Braun



PI-83B-28


Anschrift und andere Kommunikationsdaten:

Jugend mit einer Mission Hurlach e. V.
JMEM-Pressestelle
Schlossgasse 1
D-86857 Hurlach

Tel. 08248-7262
Fax 08248-122-41
E-Mail: info@jmem-hurlach.de

Kontaktpersonen für eventuelle Rückfragen bzw. für Fotodateien-Anforderung:

- Herrn Dipl.-Theol. Rolf-Dieter Braun, braun@jmem-hurlach.de

- Herrn Dipl.-Päd. Timo Laubenheimer, timo_laubenheimer@ywam-hurlach.de

 

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